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Brief eines Bürgers zur Situation des Radverkehrs in Werder

31. Januar 2018

Brief eines Bürgers zum Radverkehr in Werder:

Hallo liebe Partei „Die Linke“,

ich schreibe Ihnen als Fahrradfahrer und -pendler. Mein (fast) täglicher Arbeitsweg umfasst die Potsdamer Straße und führt dann die B1 entlang bis zum Luisenplatz in Potsdam. Durchschnittlich fahre ich um die 23-25 km/h mit Spitzen um die 28 km/h. Ich selbst würde mich deswegen auch nicht als Verkehrshindernis begreifen. Dennoch besteht ein Teil meiner Fahrstrecke aus gefährlichen Situationen, die sich aus der Verkehrsführung ergeben.

Ich würde deswegen gerne einmal von Ihnen als Vertreter Ihrer Wählergruppierung folgendes wissen:

1. Potsdamer Straße
Wie sind denn Ihre Vorstellungen von einer Verbesserung und Förderung des innerstädtischen Radverkehrs in Werder (Havel)? Im Besonderen beziehe ich mich auf die Situation in der Potsdamer Straße. Ich werde dort regelmäßig mit einem zu geringen Abstand und erhöhter Geschwindigkeit überholt, auch gerade kurz vor den Kurven. Ich denke auch, dass ich nicht der einzige Radfahrer bin, dem es dort so geht, da viele Radfahrer auf den Bürgersteig ausweichen (müssen), um dieser Gefahrenlage aus dem Weg zu gehen. Ebenso sind in dieser Straße keine Kinder auf Rädern zu sehen, welches darauf schließen lässt, dass vielen Eltern diese Straße einfach zu gefährlich ist. Weiterhin ist ja diese Straße auch Bestandteil eines regionalen Radwanderweges, aber zum entspannten Radeln nicht wirklich geeignet.

Ist denn in nächster Zeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für den Allgemeinverkehr geplant? Das würde aus meiner Sicht die Situation schon massiv verbessern, da dadurch der Geschwindigkeitsunterschied nicht so stark ist und die Gefährdung sinkt. Oder andere Maßnahmen? Die Einrichtung eines Radfahrstreifens zum Beispiel. Oder auch eine Einbahnstraßenregelung? Das am Wochenende auch viele Radwanderer unterwegs sollte man meiner Meinung nach auch berücksichtigen.

2. Kugelweg
Ein weiterer oft von mir gefahrener Weg ist der Kugelweg. Dort kommt es auch oft zu gefährlichen Situationen. Rechts stehen parkende Autos, auch zurecht. Aber wenn ich im Sicherheitsabstand zu diesen fahre, dann scheinen manche Autofahrer der Meinung zu sein, ich blockiere Ihre Fahrspur und überholen mich ebenso mit überhöhter Geschwindigkeit und nicht in ausreichendem Abstand. Türunfälle mit parkenden Autos (Menschen die aussteigen und die Tür aufstoßen) sind wahrlich kein Zuckerschlecken. Ist es denn möglich dort ebenso über eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf 30 km/h nachzudenken? Ggf. auch eine Freigabe des Radverkehrs in beide Richtungen?

3. Einbahnstraßen freigeben für Radfahrer
Mein letzter Punkt bezieht sich auf die Idee, ob es nicht förderlich wäre ist, möglichst viele Einbahnstraße in Werder (Havel) für Radfahrer in beide Richtungen freizugeben? Der Kugelweg bietet sich aus meiner Sicht geradezu idealerweise dafür an. Gepaart mit einer Begrenzung auf 30 km/h. Ebenso wäre die Moosfennstraße dafür prädestiniert. Die Bewohner meines Wohngebietes könnten dann die Potsdamer Straße umfahren und die Moosfennstraße legal nutzen, um zum Beispiel zum Werderpark zu kommen.

4. Dr. Külz-Straße in Glindow
Diese Straße fahre ich auch mindestens einmal die Woche entlang und die aktuelle Situation lädt auch nicht zu einem entspannten Radfahren ein. Ebenfalls sind dort oft Radfahrer anzutreffen, die den Bürgersteig entlangfahren, um anscheinend dem Autoverkehr auszuweichen. Sind denn in dieser Straße auch Maßnahmen geplant, um ein stressfreieres Radfahren zu ermöglichen?

5. Gedankenspiel zum Umstrukturieren des Verkehrsflusses
Als letzten Punkt lassen Sie mich Ihnen noch ein Gedankenspiel mit auf den Weg geben. Was halten Sie denn von der Idee den Verkehr in Werder als ein Einbahnstraßensystem aufzubauen? Die Idee wäre die Potsdam Straße als Einfuhrstraße zu gestalten und die Brandenburger Straße als Ausfuhrstraße. Oder auch andersherum. Das könnte auf einen Schlag viele Probleme lösen. Die Potsdamer Straße würde entlastet werden (LKW-Begrenzung à 30 km/h) und man hätte ausreichend Platz zur Schaffung eines Radfahrstreifens. Der Umweg für die Anwohner wäre aus meiner Sicht erträglich und würde vielleicht 5 Minuten dauern. Zumutbar für saubere Luft und weniger Lärm für die Anwohner.

Ebenso möchte ich noch anmerken, dass die Gemeinde Werder (Havel) geradezu für eine Förderung des Radverkehrs prädestiniert ist. Im Besonderen für ältere und jüngere Fahrer ist die Verkehrsführung für Radfahrer aber leider nicht ansprechend und sicher gestaltet. Wenn man sich unsicher auf dem Rad fühlt, dann ist das Entlangfahren einer Hauptverkehrsstraße (Potsdamer Straße) wahrlich keine Zuckerschlecken und erfordert starke Nerven. Dabei sind die täglichen Wege in Werder super mit dem Rad zu erledigen, da die Strecken meist unter 3 km liegen und damit ideale Entfernungen für Fahrräder darstellen. Ich denke die Gemeinde würde stark von einer Förderung des Radverkehrs profitieren und ihr Standing als Touristenstadt weiter erhöhen können.

Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören. Gerne auch per eMail.
Mit freundlichen Grüßen

 


Antwort der Ortsvorsitzenden der Partei DIE LINKE Werder:

 

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre an uns übermittelten Kritiken und Vorschläge zur Radwegesituation in Werder (Havel) und seinen Ortsteilen.

Unsere Fraktion Die Linke in der Stadtverordnetenversammlung Werder (Havel) wird Ihr E-Mail zum Anlass nehmen, um eine erneute Anfrage an die Stadt zum gegenwärtigen Sachstand des Individualverkehrs und Fahrradwegekonzeptes zu stellen.

Die Stadt Werder (Havel) arbeitet gegenwärtig an einem umfassenden Verkehrskonzept, das wir seit mehreren Jahren nachweislich gefordert haben. Über die einzelnen, von Ihnen beschriebenen komplizierten oder zu überarbeitenden Verkehrsschwerpunkte wird sich die Fraktion eine Meinung bilden und gegebenenfalls über verschiedene Anträge in das Verkehrskonzept implementieren – bzw. wie Sie auf Grund der bestehenden Kräfteverteilung in der SVV Werder wissen, es versuchen.

Das neue, verbesserte Busnetzkonzept, Bestandteil des Verkehrskonzeptes, wurde bereits im vergangenen Jahr, im Februar 2017, eingeführt und auch bereits überarbeitet, weil von den Bürgerinnen und Bürger noch Verbesserungsvorschläge unterbreitet wurden. Die weiteren Bestandteile des Konzeptes sind nach Aussagen des 1. Beigeordneten der Stadt Werder (Havel), Christian Große, in Bearbeitung.

Wir werden Sie umgehend nach Eingang der Beantwortung unserer Anfrage über den Sachstand informieren.

Herzliche Grüße
Renate Vehlow
Ortsvorsitzende DIE LINKE Werder (Havel)

 

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