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Freiheit! Europa grenzenlos denken – eine linke Forderung

13. April 2015

Eingeladen hatte der Ortsverband DIE LINKE zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema: „Asylrecht in Europa und in Deutschland“ sowie zu den Aktivitäten über die Hilfe und Unterstützung für die Asylsuchenden in der Erstaufnahmeeinrichtung in Ferch/Glindow.

Als Gastredner trat der Referent für Migrationspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Koray Yilmaz Günay auf. Er selbst ist in Berlin geboren und das Kind einer griechischen Mutter und eines türkischen Vaters – also mit Migrationshintergrund – und konnte somit auch aus eigenen Erfahrungen etwas zu diesem Thema sagen.

Zunächst gab es viel Theorie, die den ersten Teil des Abends im „Hotel zur Insel“ zum Thema „Asylrecht“ prägte.

Koray Yilmaz Günay erläuterte in seinem Vortrag sehr anschaulich die Grundlagen des Asylrechts: Die entsprechenden Aussagen und Veränderungen im Grundgesetz, das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Genfer Flüchtlingskonvention), das Dublin-Abkommen und die damit verbundenen aktuellen Probleme.

Die vielfältigen Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger beantwortete Koray Yilmaz Günay sachkundig. Zum Beispiel: “Wo wird die Messlatte für die Länder, die als sicheres Herkunftsland durch die Bundesgesetzgebung eingestuft wurden, angesetzt?“; „Wie ist die Kriminalitätsentwicklung in diesem Zusammenhang zu bewerten?“ „Wie gehen wir mit Alleinreisenden Flüchtlingskindern um?“ Dazu informierte der Landtagsabgeordnete Dr. Andreas Bernig, dass im Land Brandenburg zunächst 30 Plätze für diese Kinder in Eisenhüttenstadt geschaffen werden und insgesamt eine unabhängige Beratungsstelle angestrebt wird. Das sei nötig, um die Gewährleistung des Menschenrechts auf Asyl nicht vom Geld abhängig zu machen.

In dem zweiten Teil der Veranstaltung berichteten Bürgerinnen und Bürger, die sich sehr intensiv im Netzwerk für Flüchtlingshilfe Caputh engagieren, über ihre persönlichen Eindrücke und Aktivitäten in der Erstaufnahmeeinrichtung Ferch/Glindow. Sie schilderten ihre Erlebnisse in der „Deutschstunde“, bei der Tätigkeit in der Kleiderkammer - dort werden noch engagierte Bürgerinnen und Bürger benötigt! - und im Näh- und Strickkurs, der sich einer sehr großen Beliebtheit erfreut.

Es wurden Fragen aufgeworfen: „Warum die können die Flüchtlinge z.B. die Kleiderkammer nicht selbst verwalten, damit hätten sie eine Beschäftigung?“ oder „Warum erfolgt der Wechsel der Flüchtlinge schon nach ca. 3-4 Wochen? Gibt es dafür eine sachliche Begründung?“ Über zwei Stunden lief diese informative, interessante Veranstaltung.

Unter www.netzwerk-hilfe.org kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger über die bestehenden Projektgruppen des Netzwerkes und noch benötigende Sachspenden informieren.


Renate Vehlow
Ortsvorsitzende
DIE LINKE Werder (Havel)

 

Im Versammlungspräsidium rechts Koray Yilmaz Günay